(27) Johann Wolfgang von Goethe »Willkommen und Abschied«

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Es schlug mein Herz, geschwind zu Pferde!
Es war getan fast eh gedacht.
Der Abend wiegte schon die Erde,
Und an den Bergen hing die Nacht;
Schon stand im Nebelkleid die Eiche,
Ein aufgetürmter Riese, da,
Wo Finsternis aus dem Gesträuche
Mit hundert schwarzen Augen sah.

Der Mond von einem Wolkenhügel
Sah kläglich aus dem Duft hervor,
Die Winde schwangen leise Flügel,
Umsausten schauerlich mein Ohr;
Die Nacht schuf tausend Ungeheuer,
Doch frisch und fröhlich war mein Mut:
In meinen Adern welches Feuer!
In meinem Herzen welche Glut!

Dich sah ich, und die milde Freude
Floß von dem süßen Blick auf mich;
Ganz war mein Herz an deiner Seite
Und jeder Atemzug für dich.
Ein rosenfarbnes Frühlingswetter
Umgab das liebliche Gesicht,
Und Zärtlichkeit für mich ? ihr Götter!
Ich hofft es, ich verdient es nicht!

Doch ach, schon mit der Morgensonne
Verengt der Abschied mir das Herz:
In deinen Küssen welche Wonne!
In deinem Auge welcher Schmerz!
Ich ging, du standst und sahst zur Erden,
Und sahst mir nach mit nassem Blick:
Und doch, welch Glück, geliebt zu werden!
Und lieben, Götter, welch ein Glück!

Klavier: Ulrike Theusner

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Diese Lesung wurde am 25.08.07, 21:47:35 veröffentlicht.


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Elisa

Kommentare

  1. Cemdasou sagt am Sep 21, 2007 @ 02:10 PM : Liebe Elisa,

    Du hast mir die klassische Literatur nähergebracht - Danke!!! Eineinhalb Stunden hast Du bisher produziert und es wird von Folge zu Folge besser und spannender. Der Herbst mag einziehen ins Land, solange Du bei mir bist.... ;-)

    LG Cemdasou
  2. lisa e. sagt am Oct 9, 2007 @ 04:18 PM : sehr geehrte elisa,

    ich danke dir sehr ,dass du das gedicht mir so näher gebracht hast ich hab es jetzt besser verstanden und meine interpretation ist jetzt ganz anders .=) danke dir sehr MF lisa e.
  3. Elisa@Cemdasou sagt am Oct 22, 2007 @ 02:46 AM : Oh das ist ja lieb!
    :)
    Ja ich werd den Herbst jetzt fleissiger sein.
    Liebe Grüsse Elisa
  4. Elisa@lisa e. sagt am Oct 22, 2007 @ 02:46 AM : Danke dir lisa e.
    Ich freu mich sehr das du das Gedicht jetzt mit anderen Augen siehst. :)
    obwohl es ja eigentlich ein "Männer"-gedicht ist. ;)

    liebe Grüsse Elisa
  5. Max sagt am May 6, 2008 @ 10:16 PM : Hallo.
    ich muss das gedicht in der schule aufsagen.gibt es da tips fürs lernen odr mimik und gestik?

    danke im vorraus
    MFG
    Max
  6. Elisa@Max sagt am May 7, 2008 @ 10:53 PM : Hallo Max
    Stell dir einfach die Zeilen fantasievoll vor, spiele mit dem Text, singe ihn, rap ihn... hab einfach Spass, um so schneller ist er im Kopf.
    Beim Vortragen ist man natürlich aufgeregter und man kommt in Versuchung es so schnell wie möglich über die Bühne zu bringen, dann passieren aber auch leichter Fehler, lass dir einfach mehr Zeit und hab Freude dabei, dann geht alles fast wie von alleine :)
    Liebe Grüsse Elisa
  7. Lygeia sagt am Jan 30, 2011 @ 09:12 PM : Sehr schön gelesen, danke Elisa - werde es meinen Schülern vorspielen, die das Gedicht auswendig lernen sollen, damit sie eine Vorstellung davon bekommen, dass vortragen nicht runterleiern heißt :-)
  8. Tanja sagt am Jun 19, 2011 @ 10:12 AM : Wunderschön...!
  9. René sagt am Jan 8, 2013 @ 03:13 PM : Liebe Elisa,

    vielen lieben Dank! Das ist so wunderbar! Vorgetragene Lyrik hat sich noch nie so echt angefühlt! Bin zutiefst gerührt von deiner Interpretation! Ich MUSS das meinen Schülern vorspielen!

    Viele Grüße
    René
  10. Elisa@René sagt am Jan 8, 2013 @ 04:57 PM : Oh jetzt bin ich ganz gerührt :)
    Lieben herzlichen Dank
    Elisa

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